Jahresbericht 2006

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Tod des Stifters

Am 6. September starb der Gründer der HMS, Andreas Meyer-Hanno in Frankfurt an einer schweren Krankheit. An der Trauerfeier in Frankfurt und der Beisetzung der Urne in Berlin war die HMS aktiv beteiligt. In seinem Testament, das Andreas Meyer-Hanno noch kurz vor seinem Tod erstellt hat, setzte er die HMS als Erben ein. Die Höhe des Erbes ist derzeit noch nicht absehbar, da parallel viele Vermächtnisse ausgesprochen worden sind und es unklar ist, was durch den Verkauf von einigen Wertgegenständen erlöst werden kann. Mit dem Tod des Stifters war für den Vorstand viel Arbeit verbunden; so mussten zwei Wohnungen aufgelöst, der Nachlass geregelt werden und vieles mehr.

Stiftungsvermögen

Im Jahr 2006 gab es Zustiftungen in Höhe von EUR 23.242,14. Dies ist die höchste Summe seit vielen Jahren. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Errichtung des Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds durch eine Zustiftung in Höhe von EUR 10.000. Durch diesen Fonds sollen zukünftig Projekte im Bereich Wissenschaft und Forschung (vor allem durch Druckkostenzuschüsse) gefördert werden. Außerdem hat die HMS eine vierte Wohnung geerbt und zwar in Frankfurt am Main in der Inheidener Straße. Da diese Wohnung jedoch mit einem Nießbrauchsrecht belastet ist, zieht die Stiftung in den nächsten Jahren aus dieser Wohnung keine Erträge. Sie hat aber auch keine Kosten, da sämtliche Aufwendungen von dem Nießbrauchnehmer getragen werden. Ende des Jahres betrug das gesamte Vermögen der HMS einschl. der Wohnungen etwa EUR 800.000.

Der Vorstand hat bei den Wiederanlageentscheidungen für frei werdende Gelder, auch im Jahr 2006 die konservative, auf die Vermögenssicherung ausgerichtete Anlagepolitik konsequent weiter verfolgt. Ein Aktienfonds, der vor einigern Jahren gekauft worden war und der zwischenzeitlich stark an Wert verloren hatte, konnte Ende 2006 mit Gewinn verkauft werden.

An Spenden erhielt die HMS im Jahr 2006 etwa EUR 18.000. Dies ist mit Abstand die höchste Summe seit Gründung der Stiftung, was jedoch insbesondere auf zwei größere Spenden in Höhe von jeweils EUR 5.000 zur Abdeckung durch die Verluste infolge des Wohnungsbrands zurückzuführen ist. Außerdem gingen anlässlich des Todes von Andreas Meyer-Hanno viele Spenden bei der HMS ein. Aus diesen Gründen kann nicht erwartet werden, dass die HMS in den nächsten Jahren erneut ein derart hohes Spendenaufkommen erreichen wird. Zu erwähnen ist weiter, dass Spendenaufrufe zugunsten der HMS anlässlich des 20järigen Jubiläums der Schwulenberatung Berlin und eines runden Geburtstages erfolgten. Für den neu eingerichteten Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds wurden explizit Spenden in Höhe von EUR 1.000 geleistet. Die Spenden wurden wie in den Vorjahren für Projektförderung verwendet.

Die Situation der vermieteten Berliner Eigentumswohnungen der HMS hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert. Dies liegt primär daran, dass die Wohnung/das Haus in der Pfalzburger Strasse durch einen Brandschaden Ende 2005 bis auf Weiteres unbewohnbar ist. Die Wiederinstandsetzung wird genutzt um gleichzeitig notwendige Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. Der Vorstand hat hierfür ein Budget von EUR 15.000 bewilligt. Der überwiegende Teil wird jedoch erst in 2007 fließen. Die Nutzung steht für Sommer 2007 in Aussicht. Darüber hinaus ist unklar und mit der Versicherung strittig, ob diese für den Gesamtschaden vollständig aufkommen wird. Immerhin wurden bestehende Mietrückstände in regelmäßigen Raten zurückgeführt. Die Wohnung in der Friedrichsruher Straße war nur die Hälfte des Jahres vermietet, so dass auch von dort ein Einnahmeausfall zu verzeichnen ist.

Wegen des Brandschadens, der Mietausfälle sowie des niedrigem  Zinsniveaus war die Ausschüttungssumme an Projekte trotz der vielen Spenden in 2006 niedriger als in den Vorjahren. Immerhin konnten noch knapp EUR 18.000 vergeben werden.

Erfüllung Stiftungszweck

Im Jahr 2006 sind 22 Anträge mit beantragter Fördersumme von insgesamt EUR 51.551,60 an die HMS gestellt worden. Dadurch sollten Projekte mit einem gesamten Finanzierungsvolumen von über EUR 400.000,00 unterstützt werden. Drei weitere Anträge, die Ende des Jahres eintrafen, wurden nach 2007 verschoben. Der Vorstand hat 7 Projekte vollständig und 5 Projekte teilweise bewilligt mit einer Gesamtsumme von EUR 17.430. Die Zahl von 9 abgelehnten Anträgen war im Vergleich zu den Vorjahren relativ hoch. Dies liegt daran, dass vermehrt Projekte wegen fehlender finanzieller Mittel nicht bewilligt werden konnten. Ein weiterer Antrag wurde an die HS e.V. weiter geleitet und dort bewilligt.

In 2006 war die HMS erstmals wieder seit mehreren Jahren Mitveranstalter bei einem Projekt. Es handelte sich um die Gedenksteinlegung für die Rosa-Winkel-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Buchenwald in Thüringen.

Von den insgesamt 12 geförderten Projekten entfielen fünf Anträge auf schwule Projekte; zwei Projekte wurden von Lesbengruppen durchgeführt; der Rest, also ebenfalls fünf Projekte, wurde von gemischten Vereinen getragen. Interessant ist, dass in den letzten zwei Jahren die Zahl der lesbischen Projekte stark zurück gegangen ist. Ähnliches gilt für die gemischten Projekte. Die Zahl der schwulen Projekte hat demgegenüber wieder an Gewicht gewonnen.

In 2006 wurden bereits bewilligte Gelder in einer Höhe von über EUR 8.000 an die HMS zurückgegeben. Der Grund lag darin, dass die Projekte nicht zustande kamen oder sich aus anderen Quellen finanzieren konnten.

Aufteilung Projekte (ohne Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds)

hms Jahresbericht 2006 - Aufteilung der Projekte

Es wurden vielfältige Formen von Projekten gefördert:

  • Veranstaltungen, Fachtagungen, Kulturwochen (1 Projekt, in 2005: 9 Projekte)
  • Publikationen, andere Medien (3 Projekte, 2005: 3x)
  • Ausstellungen (1 Projekt, 2005: 1x)
  • Fortbildung (1 Projekt, 2005: 1x)
  • Förderung Infrastruktur (2 Projekte, 2005: 1x)
  • Öffentlichkeitsarbeit (2 Projekte, 2005: 2x)

Die Setzung eines Gedenksteins für die Rosa-Winkel-Häftlinge im KZ Buchenwald entzieht sich einer Einordnung in diese Kategorien.

Eine Satzungsänderung aus dem Jahr 2004 hat der HMS mit dem Bereich Wissenschaft und Forschung ein neues Förderungsfeld eröffnet. Im abgelaufenen Jahr konnte dank einer zweckgebundene Spende in Höhe von EUR 500,00 ein entsprechender Antrag gefördert werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Vorrangiges Ergebnis der Öffentlichkeitsarbeit des Vorstandes war

  • Fertigstellung von  5 Ausgaben des Newsletters insbesondere für Förderer der HMS,
  • Beginn der Erstellung einer Testamentsbroschüre,
  • Planung einer Strategietagung,
  • Erstellung von Presseartikeln anlässlich des Todes von Andreas Meyer-Hanno.

Stiftungsverwaltung

Der Vorstand traf sich im Jahr 2006 zu insgesamt 5 Sitzungen. Hierbei stand vor allem die Beschlussfassung über die vorliegenden Anträge im Mittelpunkt. Außerdem wurde sich intensiv mit Fragen der Öffentlichkeitsarbeit, der Situation der Wohnungen und der Geldanlage beschäftigt. In der zweiten Jahreshälfte war der Tod des Stifters, Andreas Meyer-Hanno und die damit verbundene Testamentsvollstreckung ein zentrales Thema. Ende des Jahres wurde der vakante fünfte Vorstandsposten durch Bernhard Schyma neu besetzt.

Der Beirat kam zu zwei Sitzungen zusammen. Auf der ersten Sitzung Anfang Juni wurden die Projektentscheidungen des Vorstandes diskutiert, und dem Vorstand wurde Entlastung für das Jahr 2005 erteilt. Auf der Sitzung Ende November wurde Bernhard Schyma als 5. Vorstandsmitglied gewählt und über die Strategie bzgl der Wohnungen in Berlin diskutiert.

Dem Vorstand gehören nunmehr an:

  • Dr. Klaus Müller, Geschäftsführer, als Vorsitzender, Göttingen
  • Dr. Karen Nolte, Wissenschaftliche Angestellte,
    als stellvertretende Vorsitzende, Würzburg
  • Rena Friedrich, Kommunikationsberaterin, Frankfurt am Main
  • Josef Schnitzbauer, Bankkaufmann, Frankfurt am Main
  • Bernhard Schyma, Dipl. Pädagoge, Frankfurt am Main

 

Frankfurt am Main, den 27. Januar 2007
Hannchen-Mehrzweck-Stiftung
Der Vorstand


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