Jahresbericht 2010

(Dieser Jahresbericht liegt nicht als pdf-Datei vor und wird deshalb in der html-Fassung angezeigt.)

Stiftungsvermögen

Im Jahr 2010 erhielt die hms Zustiftungen in Höhe von knapp 20.000 €. Diese Summe ist etwas höher als im Jahr zuvor. Damit betrug das gesamte Vermögen der hms zum 31.12.2010 gut 940.000 €.

Der Vorstand hat bei den Wiederanlageentscheidungen für frei werdende Gelder auch im Jahr 2010 eine konservative, auf die Vermögenssicherung ausgerichtete Anlagepolitik konsequent weiter verfolgt. Intensiv wurde diskutiert, Anlageentscheidungen in Zukunft noch stärker nach ethisch-nachhaltigen Kriterien auszurichten und soweit es sinnvoll erschien, auch umgesetzt. Bislang sind knapp 50 % des Vermögens der hms in nachhaltigen Anlageformen angelegt.

An Spenden erhielt die HMS im Jahr 2010 knapp 4.000 €. Damit liegt das Spendenaufkommen fast 1.000 € höher als 2009. Für den Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds wurden explizit Spenden in Höhe von 900 € geleistet. Die Spenden wurden wie in den Vorjahren für Projektförderungen verwendet.

Erfüllung Stiftungszweck

Im Jahr 2010 sind 26 Anträge mit einer beantragten Fördersumme von etwa 53.000 € an die hms gestellt worden. Dadurch sollten Projekte mit einem gesamten Finanzierungsvolumen von knapp 400.000 € unterstützt werden. Der Vorstand hat 23 Projekte bewilligt. Dies ist die höchste Zahl seit Gründung der hms. Die Gesamtfördersumme betrug etwa 33.900 €. Dies ist zwar etwas weniger als im Vorjahr, aber weitaus mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre. Für das nächste Jahr ist eine ähnliche hohe Bewilligungssumme zu erwarten. Im Jahr 2010 wurden nur drei Anträge abgelehnt. Dies zeigt die Qualität der Anträge. Die durchschnittliche Bewilligungshöhe lag bei knapp 1.500 €.

Von den 22 geförderten Projekten aus dem Bereich Bildung entfielen jeweils drei Anträge auf schwule und auf lesbische Projekte; der Rest, also 16 Projekte, wurde von gemischten Vereinen beantragt.
Aufteilung Projekte (ohne Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds)

hms Jahresbericht 2010 - Aufteilung der Projekte

Ein Projekt konnten im Rahmen des Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds für Forschung und Wissenschaft gefördert werden. Hierbei handelte es sich um einen Druckkostenzuschuss.
In 2010 wurden bereits bewilligte Gelder in einer Höhe von etwa 7.500 € an die hms zurückgegeben, wobei es sich hierbei vor allem um Projekte aus 2008 handelte. Der Grund lag darin, dass die Projekte nicht zustande kamen oder sich aus anderen Quellen finanzieren konnten, so dass sie die Förderung durch die hms nicht benötigten.

In 2010 wurde von Vorstand und Beirat der hms kein Förderschwerpunkt festgelegt: Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem Jugendprojekte die größte Bedeutung aufwiesen, standen 2010 eher Projekte, die sich mit der Lebenssituation von älteren Lesben und Schwulen beschäftigten, im Vordergrund. Aber auch Projekte im Rahmen und Kultur und Geschichte nahmen einen großen Raum ein. Weitere Förderschwerpunkte betrafen Jugendprojekte und die internationale Arbeit. Für 2011 wurde der Förderschwerpunkt „Intergenerativer Dialog“ beschlossen.

hms Förderkriterien

Öffentlichkeitsarbeit

Im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit der hms stand im Jahr 2010 die Veröffentlichung einer Testamentsbroschüre. Diese stieß auf eine nicht erwartete hohe Resonanz. Sie wurde in mehreren Zeitungen und Zeitschriften erwähnt. Die Broschüre wurde sehr häufig verteilt oder über die Homepage der hms herunter geladen. Hierdurch konnte die hms viele neue Interessenten an ihrer Arbeit gewinnen. Zusätzlich wurden in Berlin und Göttingen zwei Veranstaltungen durchgeführt, auf denen die Testamentsbroschüre vorgestellt wurde. Nachdem der Bundestag das Erbschaftssteuerrecht erneut geändert hatte und nunmehr schwule und lesbische eingetragenen Partnerschaften der Ehe vollständig gleichgestellt sind, wurde die Broschüre im Dezember 2010 aktualisiert.

Daneben sind in 2010 folgende Aktivitäten hervorzuheben:

  • Fertigstellung von drei Ausgaben des Newsletters insbesondere für Förderer der hms,
  • Erweiterung und Aktualisierung der Homepage,
  • Überarbeitung und Aktualisierung einer PowerPoint-Präsentation über die Arbeit der Stiftung. Diese wurde u.a. auf der Mitgliederversammlung der Homosexuellen Selbsthilfe eingesetzt.
  • Als Grundlage für eine zukünftige Öffentlichkeitsarbeit wurde auf Initiative des Beirates eine intensive Leitbild- und Selbstverständnisdiskussion geführt.
  • Schaltung von Anzeigen über die hms in verschiedenen Medien.

Vernetzung

Die hms hat sich aktiv an dem Aufbau des Netzwerkes „Wandelstiften“ eingebracht. Zu diesem Netzwerk haben sich mehr als ein Dutzend Stiftungen, die Beiträge zu einer sozial und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft leisten, zusammengefunden. Ziel des Netzwerkes ist es, soziale Missstände nicht nur zu lindern, sondern auch die Ursachen für diese Missstände zu bekämpfen. Leider konnte die hms nicht an allen Sitzungen des Netzwerkes teilnehmen, da diese in der Woche stattfinden und dies für den rein ehrenamtlichen Vorstand der hms in der Regel nicht möglich ist.

Im Herbst 2010 unternahm die hms den Versuch, sämtliche schwulen und lesbischen Förderstiftungen zu einem Erfahrungsaustausch nach Göttingen einzuladen. Da die Zahl der Anmeldungen recht klein war, musste dieses Treffen leider abgesagt werden.

Zwei Mitglieder des Vorstandes nahmen an einer Veranstaltung in Berlin teil, in dem es um Förderung von lesbischen und schwulen Projekten in der Dritten Welt ging.

Stiftungsverwaltung

Der Vorstand traf sich im Jahr 2010 zu insgesamt 4 Sitzungen, wobei eine Sitzung im Rahmen einer Klausurtagung an einem ganzen Wochenende stattfand. In den ersten Sitzungen stand vor allem die Beschlussfassung über die vorliegenden Anträge im Mittelpunkt. Daneben wurde der Beitritt zur Initiative „Transparente Zivilgesellschaft“ diskutiert. Bei dieser Initiative geht es darum, die Transparenz und Demokratisierung der Entscheidungs­prozesse  der hms weiter zu entwickeln und eine auf Nachhaltigkeit ausge­richtete Anlagepolitik zu betreiben (vgl. hms-Newsletter 02/2010).

Der Beirat kam zu zwei Sitzungen zusammen. Auf der ersten Sitzung Anfang Juni wurden die Projektentscheidungen des Vorstandes diskutiert, und dem Vorstand wurde Entlastung für das Jahr 2009 erteilt. Auf der Sitzung Ende November fand vor allem die Neuwahl des Vorstandes statt. Vier Mitglieder des alten Vorstandes wurden wiedergewählt. Bettina Schneider verzichtet aus beruflichen Gründen auf eine Wiederwahl. Ihr Posten bleibt vorerst unbesetzt. Daneben wurden die Aktionen für das Jubiläumsjahr 2011 vorbereitet und neue Leitlinien zur ethisch-nachhaltigen Geldanlage der hms verabschiedet (vgl. hms-Newsletter 03/2010).

Der Vorstand besteht nunmehr vorerst aus vier Personen:

  • Dr. Klaus Müller, Geschäftsführer, als Vorsitzender, Göttingen
  • PD Dr. Karen Nolte, akademische Rätin a.Z.,
    als stellvertretende Vorsitzende, Würzburg
  • Josef Schnitzbauer, Bankkaufmann, Frankfurt am Main
  • Klaus Stehling, Geschäftsführer, Frankfurt am Main

 

Frankfurt am Main, den 31. Januar 2011
Hannchen-Mehrzweck-Stiftung
Der Vorstand


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