Jahresbericht 2011

(Dieser Jahresbericht liegt nicht als pdf-Datei vor und wird deshalb in der html-Fassung angezeigt.)

Stiftungsvermögen

Im Jahr 2011 erhielt die hms Zustiftungen in Höhe von über 42.000 €. Diese Summe ist beträchtlich höher als im Jahr zuvor. Dies lag daran, dass der hms über 20.000 € aus der Aufhebung der Gemeinnützigkeit eines Vereins, bei dem die hms als Begünstigter eingesetzt war, zuflossen. Das gesamte Vermögen der hms betrug zum 31.12.2011 knapp 1Mio. €.

Der Vorstand hat bei den Wiederanlageentscheidungen für frei werdende Gelder auch im Jahr 2011 eine konservative, auf die Vermögenssicherung ausgerichtete Anlagepolitik konsequent weiter verfolgt. Intensiv wurde diskutiert, Anlageentscheidungen in Zukunft noch stärker nach ethisch-nachhaltigen Kriterien auszurichten und soweit es sinnvoll erschien, auch umgesetzt. Derzeit sind knapp 50 % des Vermögens der hms in nachhaltigen Anlageformen angelegt.

An Spenden erhielt die HMS im Jahr 2011 über 5.200 €. Damit liegt das Spendenaufkommen fast 1.500 € höher als 2010. Für den Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds wurden explizit Spenden in Höhe von 920 € geleistet. Die Spenden flossen, wie in den Vorjahren, in den Vergabetopf für Projekte.

Erfüllung Stiftungszweck

Im Jahr 2011 sind 37 Anträge mit einer beantragten Fördersumme von etwa über 90.000 € an die hms gestellt worden. Dies ist die höchste Antragszahl seit Gründung der hms. Dadurch sollten Projekte mit einem gesamten Finanzierungsvolumen von knapp 400.000 € unterstützt werden. Der Vorstand hat 23 Anträge bewilligt und 14 Anträge abgelehnt. Die Gesamtfördersumme betrug knapp 37.000 €. Dies ist weitaus mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre. Erst zweimal wurde dieser Betrag überschritten (2001 und 2009). Für das nächste Jahr ist eine ähnlich hohe Bewilligungssumme zu erwarten. Die durchschnittliche Bewilligungshöhe lag bei knapp 1.600 €.

Von den 23 geförderten Projekten aus dem Bereich Bildung entfielen jeweils zwei bzw. drei Anträge auf rein schwule resp. rein lesbische Projekte. Dominierend waren, wie bereits in den Vorjahren Projekte, die sich an die gesamte LSGTBI-Community wandten.

Aufteilung Projekte (ohne Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds)

hms Jahresbericht 2010 - Aufteilung der Projekte

gemischt = inkl. Inter- und Transsexualität

 

Ein Projekt wurde im Rahmen des Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds für Forschung und Wissenschaft gefördert. Hierbei handelte es sich um einen Druckkostenzuschuss. Ein weiteres beantragtes Projekt wurde von der HS e.V. übernommen.

In 2011 wurden bereits bewilligte Gelder in einer Höhe von etwa 9.000 € an die hms zurückgegeben. Der Grund lag darin, dass die Projekte nicht zustande kamen oder sich aus anderen Quellen finanzieren konnten, so dass sie die Förderung durch die hms nicht benötigten.

In 2011 standen Projekte im Vordergrund, bei denen es um die Akzeptanz alternativer Lebensweisen bzw. um Kultur und Geschichte ging. Projekte im Bereich Jugendliche bzw. ältere Lesben und Schwule haben an Bedeutung verloren.

hms Förderkriterien

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit der hms in 2011 war stark durch das 20-jährige Jubiläum der Stiftung geprägt. In einigen Zeitschriften und Katalogen wurden zusätzliche Anzeigen gestaltet. Das Jubiläum fand am 1.10. in Berlin im Sonntags-club statt. Neben einem musikalischen Rah-menprogramm gab es einen Festvortrag („Im Dschungel der Identitäten“ von Dr. Kirstin Plötz) und ein Podiumsgespräch mit einer Rückschau auf 20 Jahre hms. Am nächsten Morgen fand nach einem gemeinsamen Frühstück ein Besuch am Grab des Stifters Andreas Meyer-Hanno statt. Daneben sind in 2011 folgende Aktivitäten hervorzuheben:

  • Fertigstellung und Verabschiedung des Leitbilds der hms (www.hms-stiftung.de/web/sites/hms-stiftung-leitbild.php)
  • Fertigstellung von zwei Ausgaben des Newsletters insbesondere für Förderer der hms,
  • Erweiterung und Aktualisierung der Homepage,
  • Aktualisierung einer PowerPoint-Präsentation über die Arbeit der Stiftung. Diese wurde u.a. auf der Mitgliederversammlung der Homosexuellen Selbsthilfe eingesetzt.
  • Durchführung eines Pilotversuchs, Werbung in Gayromeo zu schalten,
  • Vorbereitung einer Aktualisierung der Imagebroschüre,
  • Konzeption eines Seminars zum „Intergenerativen Dialog“. Dieses soll Ende August 2012 im Waldschlösschen durchgeführt werden und den zukünftigen Themenschwerpunkt der hms vorbereiten helfen.
  • Die Erbschaftsbroschüre der hms wurde weiter häufig von den Internetseiten der hms heruntergeladen. Versand einer größeren Menge über den AIDS-Hilfe-Verteiler.

Vernetzung

Die hms arbeitet beim Netzwerk „Wandelstiften“ mit. Zu diesem Netzwerk haben sich mehr als ein Dutzend Stiftungen, die Beiträge zu einer sozial und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft leisten, zusammengefunden. Ziel des Netzwerkes ist es, soziale Missstände nicht nur zu lindern, sondern auch die Ursachen hierfür zu bekämpfen. Leider konnte die hms nicht an allen Sitzungen des Netzwerkes teilnehmen, da diese in der Woche stattfinden und dies für den rein ehrenamtlichen Vorstand der hms in der Regel nicht möglich ist.

Zwei Mitglieder des Vorstandes nahmen an einer Veranstaltung in Berlin teil, in dem es um Förderung von lesbischen und schwulen Projekten in außereuropäischen Ländern ging.

Stiftungsverwaltung

Der Vorstand traf sich im Jahr 2011 zu insgesamt 6 Sitzungen, wobei eine Sitzung im Rahmen einer Klausurtagung mit dem Beirat an einem Wochenende im Waldschlösschen stattfand. In den ersten Sitzungen stand vor allem die Beschlussfassung über die vorliegenden Anträge im Mittelpunkt. Daneben wurde der Beitritt zur Initiative „Transparente Zivilgesellschaft“ endgültig beschlossen und vollzogen. Bei dieser Initiative geht es darum, die Transparenz und Demokratisierung der Entscheidungsprozesse der hms weiter zu entwickeln und öffentlich zu machen.

Der Beirat kam zu zwei Sitzungen zusammen. Auf der ersten Sitzung Ende Mai stand die Diskussion über die Projektentscheidungen des Vorstandes im Mittelpunkt und der Vorstand erhielt Entlastung für das Jahr 2010. Daneben wurden ein neuer stellvertretender Beiratsvorsitzender (Michael Kloss) gewählt und das hms-Jubiläum vorbereitet. Auf der Sitzung Ende November kam es zur Verabschiedung des neuen Stiftungsprofils (Leitbild).

Daneben ist der Beschluss zur Änderung der Satzung hervorzuheben. Grund hierfür waren kleinere Anforderungen durch die Stiftungsaufsicht und eine Anpassung der Satzung an die aktuelle Situation der Stiftung. Das langjährige Mitglied des Beirats, Dieter Schiefelbein, schied im April aus persönlichen Gründen aus dem Beirat aus. An seiner Stelle wählte die Mitgliederversammlung der Homosexuellen Selbsthilfe e.V. Rena Friedrichs zu seiner Nachfolgerin.

Der Vorstand besteht derzeit aus vier Personen:

  • Dr. Klaus Müller, Geschäftsführer, als Vorsitzender, Göttingen
  • PD Dr. Karen Nolte, akademische Rätin a.Z.,
    als stellvertretende Vorsitzende, Würzburg
  • Josef Schnitzbauer, Bankkaufmann, Frankfurt am Main
  • Klaus Stehling, Geschäftsführer, Frankfurt am Main

 

Berlin, den 28. Januar 2012
Hannchen-Mehrzweck-Stiftung
Der Vorstand


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