Der hms-Erbschaftsratgeber ist ab sofort verfügbar.

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Die Stiftung

Die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (HMS) ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1991 von Prof. Dr. Andreas Meyer-Hanno ins Leben gerufen, der sein privates Vermögen einschließlich dreier Wohnungen der Stiftung vermachte. Durch Zustiftungen weiterer Personen ist das Stammkapital der Stiftung inzwischen auf über 900.000 EUR (Stand: Frühjahr 2010) angewachsen.

Das Ziel der HMS liegt darin, das Selbstbewusstsein, die Emanzipation und die Handlungsspielräume von Lesben und Schwulen in der Gesellschaft zu stärken. Dies geschieht vor allem durch Förderung von lesbischen und schwulen Projekten.

Die HMS wird von einem rein ehrenamtlich tätigen Vorstand geleitet; dieser wird in seinen Vergabeentscheidungen vom Stiftungsbeirat der HMS kontrolliert. Der Beirat setzt sich aus sieben Persönlichkeiten der Lesben- und Schwulenbewegung zusammen, darunter "qua Amt" die Mitglieder des HS-Vorstandes; auch hier sind alle Mitglieder ehrenamtlich tätig. Der Beirat ist u.a. für die Wahl und Abberufung der Vorstandsmitglieder zuständig.

Außerdem unterliegt die HMS der Stiftungsaufsicht durch die Berliner Senatsverwaltung für Justiz gemäß den Vorschriften des Berliner Stiftungsgesetzes.

Die HMS ist vom zuständigen Finanzamt als besonders förderungswürdig anerkannt. Dieser Status der großen Gemeinnützigkeit bedeutet, dass die Stiftung von der Zahlung verschiedener Steuern befreit ist.

Zusammenfassende Informationen über die HMS finden sich in unserer Selbstdarstellungsbroschüre und können unserer Satzung entnommen werden.

Der Stifter

Prof. Dr. Andreas Meyer-Hanno ("Das Hannchen")

Andreas Meyer-Hanno wurde am 18. Februar 1932 als Sohn einer jüdischen Pianistin und eines kommu-nistischen Schauspielers in Berlin geboren und wuchs dort auch auf.

1942 Rausschmiss aus der höheren Schule wegen seines Jüdischseins.

Nach dem Kriegsende 1949 begann er mit dem Studium der Musik- und Theater-wissenschaft.

Bild-Impressionen (erforderlich: FlashPlayer 8 oder höher, empfohlen: DSL-Verbindung)

1959 Debüt als Opernregisseur in Wuppertal, 1964 bis 1972 Opern-Oberspielleiter am Staatstheater Karlsruhe, 1972 bis 1976 am Staatstheater Braunschweig. Über 100 Operninszenierungen.

1976 folgte der Ruf als Professor an die Musikhochschule in Frankfurt am Main, wo er bis zu seinem Tode lebte. In Frankfurt rief er 1979 mit anderen das schwule Theaterensemble "Die Maintöchter" ins Leben.

Er ist einer der Mitbegründer der Homosexuellen Selbsthilfe (1980). 1991 gründete er die "Hannchen-Mehrzweck-Stftung", die hauptsächlich aus seinem Privatvermögen aufgebaut wurde.

1989 bis 1994 arbeitete er mit einer kleinen Gruppe für das "Mahnmal Homosexuellenverfolgung" in Frankfurt am Main.

1993 Römer-Plakette der Stadt Frankfurt; im gleichen Jahr Preis "Rosa Courage" in Osnabrück.

Am 15. Dezember 2000 wurde ihm für die Verdienste um die Schwulenemanzipation und sein Lebenswerk (u.a. die HMS) das Bundesverdienstkreuz verliehen.

2001 zog sich Andreas Meyer-Hanno zum großen Teil aus der Arbeit bei der HS und HMS zurück, um sich mehr auf Vortragstätigkeiten und aufs Schreiben zu konzentrieren.

Am 7. September 2006 verstarb Andreas Meyer-Hanno im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit.

Das Grab von Andreas Meyer-Hanno auf dem Alten Matthäus-Friedhof in Berlin

Fotos: Günter Bihn

Zahlreiche Nachrufe haben die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung erreicht, die (auf dieser Seite weiter unten) als Download zur Verfügung stehen. Für die Zusendung weiterer Nachrufe, die wir noch nicht kennen, sind wir sehr dankbar (E-Mail: infohms-stiftung.de).

Nachrufe

als PDF-Downloads und der HMS-Newsletters mit dem Nachruf der Stiftung:

HMS Newsletter 3/2006

Nachruf von Klaus Stehling, Frankfurt

Nachruf von Bernd Aretz, Frankfurt

Nachruf von Hans-Peter Hoogen, Frankfurt

Nachruf von Ulrich Bachmann, Wiesbaden

Nachruf des "wissenschaftlich-humanitären komitees" (whk)

Weitere Texte über Andreas Meyer-Hanno:

Nachdruck der Laudatio anlässlich der Verleihung des Preises "Rosa Courage" in Osnabrück 1993, gehalten von Manfred Roth